1. Bielefelder Radschnellweg

Am Freitag, den 26. Juni macht die BürgerInneninitiative SICHERE Detmolder Straße die Detmolder Straße zum 1. Bielefelder Radschnellweg. Treffpunkt ist ab 19:00 Uhr an der Ecke Niederwall-Detmolder Straße am Landgericht. Denn seit dem Umbau der Detmolder Straße im April 2011 hat die Straße eine der besten Fahrbahndecken, ideal für das Radfahren.
Die Aktion ist Beitrag der Bürgerinitiative zur laufenden Stadtradel- Aktion. RadfahrerInnen verlangen ihr Recht auf sichere und flotte Mobilität auch auf dieser Hauptverkehrsstraße. Das Fahrrad ist das einzige Null-Emissionsfahrzeug. Es ist nur konsequent, dass die Stadt deshalb das Radfahren noch stärker fördert. Großstädte wie London, Paris, New York (und natürlich Amsterdam und Kopenhagen) sind längst weiter als Bielefeld.
Auf der Detmolder Straße ist ein Radschnellweg naheliegend: dort ist das Radfahren auf der Fahrbahn vorgeschrieben. Weil der Kraftverkehr beim Überholen 1,50 m Sicherheitsabstand einhalten muss, haben RadfahrerInnen schon jetzt den ganzen rechten Fahrstreifen zur Benutzung frei. Unsere Radschnellweg-Aktion ermutigt sie, sich ihren Platz auf der Straße zu nehmen.
Die BürgerInneninitiative sponsert für die Detmolder Straße zwei Schilder mit der Aufschrift „Gib Radfahrern 1,5 m!“. Die Schilder sind nicht zu übersehen. Damit sollen die Autofahrer dem Radverkehr auf der Detmolder Straße den ausreichenden Sicherheitsabstand beim Überholen garantieren. Denn das Radfahren auf der Fahrbahn ist sicherer, als das Fahren auf dem Bürgersteig, da sich die Radfahrer im Blickfeld der Autofahrer bewegen. Die Polizei soll bitte gewährleisten, dass Kraftfahrer den Sicherheitsabstand auch einhalten.
Der jetzt, wenn auch nur vorrübergehend eingerichtete Radschnellweg Detmolder Straße ist der erste in Bielefeld, bleibt aber sicher nicht der Einzige. Von Minden und Herford wird z.Zt. der Radschnellweg Ostwestfalen bis zur Stadtgrenze Bielefeld geplant. Demnächst dürfte er auch durch Bielefeld und weiter nach Gütersloh verlaufen.
In Bielefeld (und Berlin) toleriert die Polizei an aus ihrer Sicht kritischen Stellen wie der Detmolder Straße das Radfahren auf den dafür viel zu schmalen Bürgersteigen. Diese Empfehlung, gegeben als „illegale Überlebensstrategie“ macht den Straßenverkehr zum rechtsfreien Raum, im Konkurrenzkampf zwischen Rad- und Autoverkehr.
Aufgrund der guten Erfahrungen beim Umbau, braucht die Detmolder Straße wieder eine Grüne Welle bei Tempo 30. Die Vorteile sind, Rad- und Autofahrer kommen besser voran, der Autoverkehr wird deutlich leiser. Also eine wirkliche „win-win-Situation“ für alle

RAd

5 Gedanken zu „1. Bielefelder Radschnellweg

  1. wolfspups

    Mein Rollator ist auch ein Null-Emissionsfahrzeug. Das heißt doch bestimmt, dass ich auf dem Radschnellweg mit meinem Rollator fahren darf!

    1. backgrount Artikelautor

      Auf alle Fälle solltest du am 26. mit deinem Rollator zum Treffen an der Detmolder kommen, wolfspups.
      Aber bitte nicht alle RadlerInnen auf einmal überholen!

  2. marianne

    „In Bielefeld (und Berlin) toleriert die Polizei an aus ihrer Sicht kritischen Stellen wie der Detmolder Straße das Radfahren auf den dafür viel zu schmalen Bürgersteigen.“

    So, meinst du?
    Da habe ich aber andere Erfahrungen gemacht.
    Beim Bürgersteigfahren auf der Detmolder hat mich ein Ordnungshüter angehalten, an der Kapuze vom Fahrrad gezogen und auf der Stelle 20 Euro bar auf die Tatze verlangt für die Ordnungswidrigkeit.

  3. mimi

    „Die Polizei soll bitte gewährleisten, dass Kraftfahrer den Sicherheitsabstand auch einhalten.“

    Ja, bettelt und winselt nur bei der Polizei um eure Rechte. Damit ihr einmal im Jahr Radlerfreiheit auf der Detmolder erleben dürft. An den übrigen Tagen des Jahres kneifz ihr dann wieder den Schwanz ein und lasst euch diktieren, wo ihr zu fahren habt.
    Eine vernünftige Forderung im Sinne der RafahrerInnen sieht anders aus.
    Ich fordere, dass der Autoverkehr in Bielefeld unter die Straße gelegt wird. Dann sind alle Straßen Radschnellwege und niemand muss um einen Sicherheitsabstand oder das Recht mitten auf der Straße fahren zu dürfen betteln. Die Unfallzahlen würden mit Sicherheit schnell sinken.

  4. MCFlury

    @mimi

    Die GAFF fordert das schon lange. Hier ein kleiner Auszug aus unseren Forderungen:
    · FahrradfahrerInnen gehören als fließender Verkehr auf die Straße und nicht auf den Bürgersteig, wo sie FußgängerInnen als Schwächeren den Platz nehmen.
    · Wenn der Radverkehr nicht sicher auf den Autospuren geführt werden kann, sind Radfahrstreifen auf der Fahrbahn oft die bessere Lösung im Vergleich zu einem Bordsteinradweg.
    · Die Fahrradfreundlichkeit einer Stadt ist nicht gleichzusetzen mit der Zahl ihrer Radwegkilometer. Vielmehr muss durch zahlreiche Maßnahme eine Fahrradklima geschaffen werden, etwa durch Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung, günstige Ampelschaltungen für Radlergeschwindigkeiten, gute Beschilderungen.
    · Verbindlicher Etat für Maßnahmen des Ausbaus des Radverkehrsnetzes von 5 € je EinwohnerIn.

    Um alle diese Maßnahmen für ein radfahrerInnen- und füßgängerInnenfreundliches Klima koordinieren zu können, ist die in der Verwaltung bestehende Stelle des/r Radverkehrsverkehrsbeauftragten als Rad- und – und Fußverkehrsbeauftragte fortzuführen und dem Dezernenten zu unterstellen.

Kommentare sind geschlossen.