Niedersachsenbeton zementiert Bielefelder Sprüche

Wer erstmals die neue Bielefelder Imagekampagne sieht, kommt sich verApplet vor. Warum? Sie erinnert in der Optik verzweifelt an die IPod-Kampagne des kalifornischen Computerherstellers Apple und begegnet einem bundesweit.

Das Agenturkonglomerat mit dem schönen deutschen Namen „The Team“ stellte am Donnerstag seine Kampagnenvorschläge vor. „The Team“ besteht aus den niedersächsischen (?) Agenturen „Brasilhaus„/Bremen, der Osnabrücker – Achtung, jetzt kommts – „Drogies2moro“ und der Bielefelder „Inforce“

Soweit momentan zu beurteilen ist, kam ein Konglomerat heraus, das abgedroschene Bielefelder Sprüche (Kostprobe: „Warum glauben manche, dass es Bielefeld gar nicht gibt? – Weil Bielefeld einfach unglaublich ist“) mit einer abgekauten Grafik verbindet. Flankiert wird die Anzeigen – und Plakatserie von – Oh, Web2 ist in Bielefeld gelandet – Blogs und Podcasts im „Web2BI.Net“…… Was immer die Kryptiker uns damit auch sagen wollen. Übrigens, dieses Blog hier ist Bestandteil des „Web 2.0“ und schon eine Weile auf Sendung.

750.000 Euro in 3 Jahren wird die Kampagne kosten. Jetzt würde interessieren, was die „Werbeplatzhirsche“ JK Bielefeld oder ATS sagen. Der Agenturberg kreiste, heraus kam ?

Bikampagne

Repro: NW Neue Westfälische

34 Gedanken zu „Niedersachsenbeton zementiert Bielefelder Sprüche

  1. Krawalli

    ACH DU SCHEISSSSSSSE!

    Die Trash-moBiel-Anti-Werbung mit Weihnachtsmaus und Osterhasi war da aber wesentlich ansprechender! Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann? …möchte man beim Anblick fragen. Antwort: der Bielefelder!!!!

  2. Desaster-Master

    … und es kam schlimmer!

    Da staunt der Bürger und die Fachwelt gruselt sich.

  3. textexter Artikelautor

    Tja. Da fehlt einem die Torte. Um sie gewissen Damen und Herren in gewissen Gremien an den Kopf zu werfen 🙂 Daraus ließe sich eine wunderbare Anzeigen – und Plakatkampagne stricken…

  4. Steve Jobs

    Eine böse Zunge war hier am werke. Irgendwie klingt doch das alles sehr nach Neid. Sicher ist das eine oder andere in irgendeiner Form schon mal dagewesen, man kann das Rad nicht neu erfinden. Wo der Autor gerade beim Thema Apple ist, der iPod kam mehrer Jahre NACH der Erfindung des MP3 players auf den Markt und die Leute haben gemeckert was das jetzt soll, MP3 Player gebe es schon wie Sand am mehr…doch wer ist nun Marktführer und hat alles richtig gemacht? Tja, der springende Punkt ist die richtige Kombination und Umsetzung aller Medien und die Verbindung unter ihnen. Aber das scheint dem Autor nicht klar geworden zu sein. Stattdessen muss er sich unmotiviert über Sachen lustig machen die er nicht versteht. Aber nächstes Jahr wenn alles angelaufen ist geht ihm dann vielleicht ein Licht auf 😉

  5. Anne Bakeley

    Etwas erstaunlich, wie wenig ernst die Verantwortlichen das Image ihrer Stadt nehmen.
    Die Firma Brasilhaus teilt auf ihrer Website mit, dass sie nur zufällig Brasilhaus heißt (so viel zum Thema „bewusstes Imaging“).
    Die Firma „Inforce“ hat ja auch schon Paderborn beglückt und zum Wirtschaftsmagneten gemacht (sagt die Website).
    Und Drogies2moro zeigt uns nicht etwa, wie Junkies morgen aussehen, sondern das Ehepaar heißt schlicht Herr und Frau Drogies. Was 2moro sagt, wissen wir nicht. Vielleicht „zum Mohren“.
    Nach meiner Einschätzung: Wir gratulieren allen Beteiligen zu dieser Großtat.

  6. Niedersachsenbote

    Frage:
    „Warum wird man die Kampagne nicht am Flughafen München sehen?“

    Hans-Rudolf H. aus B.:
    „Wir sind nicht Hamburg.“

  7. textexter Artikelautor

    Die „böse Zunge“ freut sich zunächst mal über die rege Diskussion. Da zwar aus der Branche ist, aber nicht Inhaber einer Werbe- oder PR-Agentur, kann sie mit dem Begriff „Neid“ in diesem Zusammenhang nichts anfangen. Sie bleibt aber bei ihrer Meinung, daß die Kampagnenmotive nach Apple aussehen. Was aber relativ unerheblich ist, da es um andere Dinge geht.

    Da heben wir doch das Glas auf jenen Rudolf H. aus B. (schön formuliert :-)O, der hoffentlich dann nächstes Jahr im gleißend hellen Licht der Kampagne und eines um min. 50% gehobenen Bekanntheitsgrades der Teutostadt sitzt. Nujr eben nicht in München.

    Ansonsten hält es die böse Zunge mit der Altherrenriege und anderen und schreit so laut auf, das man es hoffentlich in Osnabrück und im Bremer Brasilhaus (was ihm wiederum aus eigener Anschauung bekannt ist) auch hört.

    Wie heißt es doch so schön auf einem der Motive? Zitat:“ Hat Bielefeld ein reges Nachtleben? – Und ob. Die Einwohnerzahlen steigen“.

    So lieber Herr Knollmann (JK Werbeagentur Bielefeld) und Hellmuth Opitz (ATS Werbeagentur Bielefeld) nun sacht ihr mal watt als gestandene Werber.

  8. Kurt H. Zabermann

    Es gibt doch immer wieder Neider. Ja: Es ist genau richtig, nur kleine Agenturen zu nehmen, die sich mit Strategie nicht auskennen. Und auch gut, dass sie aus noch kleineren Orten kommen. Und dass sie sich zusammen schließen, damit ein Grafiker und ein Journalist dabei ist, kann man doch verstehen.
    Bitte vergesst bei aller Kritik nicht: Natürlich ist das alles nicht so professionell, aber dafür arbeiten sie umsonst!
    Stellt euch mal vor, die hätten echte Strategen genommen. Von Steuergeldern? Dann wäre der Aufschrei berechtigt!

  9. Altherrenriege

    Steve Jobs sagt: „Tja, der springende Punkt ist die richtige Kombination und Umsetzung aller Medien und die Verbindung unter ihnen. Aber das scheint dem Autor nicht klar geworden zu sein.“

    Soso, der Weg ist also das Ziel.

    Werden leere Sprüche zur Botschaft, wenn sie einem in verschiedenen Medien wiederbegegnen?

  10. Mark W.

    Ich bin von Beruf Lehrer und daher unparteiisch, aber nicht unkritisch. ich habe mir die Website von „The Team“ angesehen http://www.tt-the-team.de
    Wenn man auf „weiter“ klickt kommt man zu den Referenzen. Airport Bremen, Gewoba, Daimler Crysler, Becks & Co, Karmann usw., das sind ja keine kleinen Sachen und da braucht man schon „Strategien“, denke ich. Die Ähnlichkeit zur iPod Werbung (sehr „in“ bei den Jugendlichen, kann ich als Lehrer sagen), kann man auch als „Zitat“ sehen, es ist ja keine 1 zu 1 Kopie. Also ich rege mich da nicht auf.

  11. Wilma Thesselfricke, Neiderin

    Alles wird gut. Wie Kurt H. Zabermann zu Recht sagt: Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul. Ich komme nun nicht aus Bielefeld, aber ich denke, mit eingen kleinen Retuschen wäre das doch hinzukriegen:
    Die Apple-Grafik müsste natürlich weg, da hat Textexter recht. Falls keine Mafo vorliegt, die den Zielgruppen ein extrem niedriges Intelligenzniveau bescheinigen (was ja bei Studenten und Unternehmern nicht so nahe liegt), müssen die inhaltsfreien, peinlichen Sprüche auch weg.
    Das Anhängen an ein Schlagwort (Web2.0)ist natürlich auch suboptimal; zum einen spricht in drei Monaten keiner mehr davon, zum anderen ist es eben nur ein Schlagwort ohne Inhalt. (Wobei es natürlich sowieso fatal wäre, für eine Ortskampagne ein ortsungebundenes Medium zum Helden zu machen.) Statt dessen wären vielleicht Fakten hilfreich; Studenten und Unternehmer finden Fakten gut.
    Wenn also Kampagneninhalt, Designklau und Headline-Duktus geändert werden müssen, bleiben noch die Schatten als bildinhaltliches Leitmotiv. Die sind zwar nicht besonders emotional oder neu, aber sie sparen die Model- und Fotokosten. (Dann wäre nicht nur die Kreation gratis,worauf Zabermann zu Recht hinweist, sondern auch Teile der Produktion.) Also TT The Team: Zeigt uns, dass ihr besser seid als alle Neider glauben!

  12. herostratos

    mhhh, verstehe das, wer will…typisch Bieledorf…da wird dauernd gejammert, die stadt wird runtergemacht -und wenn die Offiziellen mal über sich hinauswachsen und ein mal etwas anderes selbstdarstellungskonzept promoten, das weit über den üblichen werbescheiß hinausgeht – so zumindest der erste Eindruck nach dem, was in den einschlägigen gazetten über die kampagne stand – dann kommt von irgendwo ein stimmchen her – und quakt sein garstig Lied der Ignoranz. Mhhh, mhhhh, mhhhhhh…..

  13. textexter Artikelautor

    herostratos, ich gebe ihnen recht, wenn sie schreiben „typisch bielefeld“. richtig, genau das ist bielefeld. nicht bis zum ende durchdenken, nicht weiterdenken, das ist für die „offiziellen“ der königsweg. noch eine kostprobe flacher sprüche aus der kampagne? „warum hört man so wenig von bielefeld? -weil die das beste für sich behalten“. Was denn bitte?

    hmm, da sitzen nun marketingmenschen in bielefeld und umgebung, die seit jahrzehnten für markenhersteller, dienstleister und andere arbeiten, davor und fragen sich, was da denn in der kampagne nun eigentlich transportiert werden soll. oder ist die inhaltslosigkeit die botschaft?
    es heißt im konzept, ansiedlungswillige unternehmen ebenso wie studenten seien die zielgruppe. welcher unternehmer oder investor, der diese botschaften liest, soll sich denn gedanken über ein engagement in bielefeld machen,wo es mehrere hände voll gescheiterter investitionsansätze (amerikahaus, neuer markt, brachfläche an der hauptpost, alte hauptpost,usw.) gibt?

    vergessen werden sollte nicht, daß es hier um die investition von steuergeldern einer armen stadt geht, die bis vor kurzem unter haushaltsdeckelung durch die bezirks-regierung detmold stand.

    in einem kommentar des lokalchefs der nw neuen westfälischen zeitung, wilfried massmann (wahrlich ein kenner der stadt) von heute heißt es: „Seitem die Stadt nicht mehr unter Nothaushaltsrecht steht, greifen unsere Politiker erneut in die Kasse, ziehen sie schon wieder die Spendierhosen über. Eine interfraktionelle Koalition, die staunen läßt“. Und an anderer Stelle bemerkt er, daß „eine Pleitestadt“ ein Technisches Dienstleistungszentrum für sage und schreibe 25 Millionen haben möchte und dafür die alte Kreisverwaltung umbauen will.

    Diese Verstandlosigkeit der „Offiziellen“, das ist Bielefeld. Wer hier nicht lebt und das nur von außen gefiltert mitbekommt, kann es wirklich schlecht beurteilen.

    was die referenzen der beteiligten agenturen angeht verbietet insiderwissen, darauf hier einzugehen. wer bremen gut vermarktet muß es noch lange nicht mit bielefeld können. umso bemerkenswerter, daß agenturen mit guten referenzen letztendlich unter dem strich inhaltlich wenig abgeliefert haben. wer die bremen-werbung von brasilhaus kennt, weiß, daß da – gekonnt – mit sehr viel inhalten gearbeitet wird. ist bielefeld inhaltslos?

  14. Desaster-Master

    @Herostratos:
    Nicht alles, was professionell ist, ist „Werbescheiss“.
    Aber natürlich ist auch nicht jede Werbumg professionell.

    Unprofessionell wirkende Werbung kann hochprofessionell sein und ihr Ziel erreichen, wenn sie für eine Zielgruppe gemacht ist, die „üblichen Werbescheiss“ ablehnt.

    Die Kampagne ist natürlich professionell. Sie wurde ja von Profis gemacht. Ich glaube, was hier und anderswo etwas sauer aufstößt, ist die Beliebigkeit der Aussagen aufgrund einer fehlenden Strategie. Die einzige erkennbare Strategie ist die, nichts zu sagen.

    @Wilma: Fakten, Fakten, Fakten, genau! Aber das ganze dann so verpackt und umgesetzt, dass der Betrachter die auch schnell und dauerhaft kapiert und die Stadt hinterher total sympathisch findet.

  15. herostratos

    mhhh textexter, erst mal danke für die vernünftige antwort(en):-) scheinst ja die szene einigermaßen zu kennen bzw. das metier…hab mich mal weiter erkundigt und erfahren, dass der qualitative unterschied zwischen den fünf BI-Agenturen und der BI-Agentur mit den beiden OS-HB-Agenturen frappant und offenbar kompromittierend groß war – vom ersten auftritt bis zuletzt. Und darüber herrscht wohl breiter konsens.

    und wer die werbeszene in BI kennt – hier ist Biedermann zu hause, sorry, ich als agentur-user kann von keiner werbeagentur hier sagen, dass sie das format hat, bundesweit im vergleich mitzuhalten, weil alles so fürchterbar hausbacken, klein-klein & traditionell ist. für den bäcker um die ecke mag’s ja taugen…“kompetenz in backwaren“

    und wenn du die szene kennst, so weißt du, wie verdammt schwierig es ist, eine durch und durch konservative und web-kritische Unternehmerschaft auf die spur zu setzen – und web2.0 ist für diese klientel eine technologie von einem anderen planeten. umso mehr ist es erstaunlich, dass das nun so entschieden wurde…und auch die konservativsten dahinterstehen. ist aus meiner sicht wirklich bemerkenswert für eine stadt wie BI und fast revolutionät und – auch im hinblick darauf, dass es europaweit so gut wie keine anwendungstauglichen web2.0-gesamtlösungen entweder für unternehmen und schon gar nicht für kommunen gibt – eine echte chance für die stadt.
    ich fände es fatal, wenn nun schon so ein kleiner fortschritt von anfang an – aus welchen gründen auch immer – torpediert werden würde – besser wär’s, wenn die BI-Agenturen mal ihre ängste untereinander verlören und sich konstruktiv in die kampagne einloggten – aber hier redet ja keiner mit dem anderen, es sei denn jetzt und jüngst über blogs.
    mhhh….wie heißt es in Bremen: etwas besseres als den tod finden wir allemal…?! 🙂

  16. bibi

    Wilma Thesselfricke, nichts wird gut, alles bleibt besser!
    zeugt schon von etwas selbstüberschätzung , vorschläge über eine kampagne zu machen, die allenfalls aus paar zeitungszeilen bekannt ist – noch dazu kommuniziert über redakteure, denen das II. internet gänzlich fremd ist…und dann aus dem stand ein alternativkonzept entwickeln zu wollen…???! warum nicht gleich und warum nicht ganz offiziell als mit anbietende werbeagentur??? so ein bisschen rechercheseriosität übrigens stünde auch einem markenwerber gut an. denn man sollte schon wissen, worüber man dilettiert – dann könnte es sogar was werden mit dem Geist und seinem Inhalt:-)und man müsste auf seiner eigenen website nicht so hündisch ergeben um der unternehmer gunst buhlen…

  17. laradicaprio

    also, textexter, mir grausts vor so viel negativismus. das sind ja neid & missgunst pur! Dass die geplante Kampagne inhaltslos daherkommt, glaube ich kaum, denn gerade im Web gibt es doch nun endlose Möglichkeiten, Inhalte dahinterzupacken, und so scheint es ja auch vorgesehen zu sein. In der Zeitung stand, dass die Homepage weiterführt zu den Seiten Rathaus, WEGE, Uni oder sogar zu richtigen Menschen. Also: Erst mal entspannen und abwarten. Ich habe bisher viel Gemecker gehört, dass Bielefeld nichts für das Image der Stadt tut – nun tun sie was, und schon wird erst recht gemeckert – das ist wahrlich keine Imagewerbung für die Stadt! Ich finde den Entschluss, eine Bielefeld-Kampagne zu starten, erst mal sehr positiv, und den Ansatz, hier über Web2 zu gehen, ausgesprochen mutig und vielversprechend – schauen wir doch mal, was daraus wird und freuen uns bis dahin unseres doch durchaus angenehmen Lebens im schönen Bielefeld.

  18. Mark W.

    Ich wundere mich, dass niemand meinen Artikel kommentiert hat. Meckern macht wahrscheinlich viel mehr Spaß, als sich mit Argumenten auseinanderzusetzen. textexter fehlen die Inhalte. Ich kann mir vorstellen, dass daran noch weiter gearbeitet wird, nachdem das Erscheinungsbild vorgestellt worden ist.

  19. textexter Artikelautor

    mein beitrag hier sollte natürlich polarisieren und hat es getan. einiges erinnert an die diskussion um die „du bist deutschland“-kampagne. ach, da erinnert sich jemand dran? haben die immerhin von bertelsmann (nachbarschaft gütersloh) mitgesponserten plattitüden letztlich etwas bewegt? nein.

    kritik am Verfahren hat zunächst einmal wenig mit „meckern“ zu tun. Und wie alt der Hut Web 2.0 ist, dürfte in der bloggerszene bekannt sein. einschließlich extremer abstürze wie „studivz“.

    Und nun zum Standing der Bielefelder Agenturen: es gibt hier durchaus Agenturen, die unter den Top 100 mithalten und sehr bekannte Markenartikler betreuen, gleichwohl aber nicht lauthals über jeden Furz posaunen wie z.b. jung v. matt („blogs sind die klowände des web“), springer und kohlraby, grey, bbdo, etc.

    betrachtet man die „werbeszene“ sind es ja nun einmal die werbunggtreibenden selber, die briefen. miele, dr. oetker, gildemeister, claas, bertelsmann, usw. eine ganze reihe von weltmarktführern sind unter den „biederen, klein.klein-werbenden“. warum? weil sie die kerneigenschaft der westfalen-lipper offensichtlich als positives marktinstrument anwenden. klein-klein kann ja auch „zuverlässig, korrekt etc.“ bedeuten.

    da ich über die gesamte kampagne informiert bin, erlaube ich mir auch, mich damit kritisch auseinanderzusetzen. die beschlüsse waren übrigens keineswegs einstimmig. sehen wir es mal so: bielefeld stülpt sich ein „modernes hütchen“ über mit web 2.0 – achcherrjemine-und alles wird gut.

    der stadt hätte es besser angestanden, zunächst einmal überhaupt das basiswissen über bielefeld per kampagne auf ein landesübliches level zu heben. die tatsache, daß arminia bielefeld als einziger faktor bundesweit auf über 70% bekanntheitsgrad kommt, sagt schon einiges aus.

    in diesem zusammenhange darf ich mich widerholen und auf den haushaltsstand der stadt hinweisen. morsche fenster im alten rathaus,eine ganze reihe von schulturnhallen bei schneefall unbenutzbar, detmolder straße nachts „30“…

    meiner ansicht nach exakt auf den punkt gebracht hat es „desastermaster“: inhaltlos. und wie die vernetzung von „bielefeld gibt es nicht“ zu den „gibt es aber doch“-inhalten aussieht, möchte ich hier nicht verraten.

  20. Wilma Thesselfricke, hündische Schmeichlerin

    Mensch, Bibi, tut mir leid, dass ich Textexter Recht gegeben habe. Rechercheseriosität? Was gibt es dann da zu recherchieren? Das Beispielmotiv reicht doch völlig aus. Aber gemach: Offensichtlich gibt es hier zwei konträre Überzeugungen – die einen suchen die Inhalte, die sie vermittelt sehen möchten; die anderen beginnen mit der Form, in die sie dann folgend Inhalte legen wollen. Wie soll das gehen? Mit Web 2.0? Werden Studenten und Unternemmer nach Bielefeld kommen, weil einige Bielefelder ein paar Files im Web platzieren? Ist das typisch für Bielefeld? Und warum?
    Mal ehrlich: Sind diese Bielefeld-Sprüche nicht einfach nur voll peinlich? Oder stehst du dazu, Bibi? „“Warum hört man so wenig von Bielefeld? Weil die das Beste für sich behalten.” Stehst du dazu? Ist das originell? Wirklich? Bibi?

  21. Niedersachsenbote

    Liebe Bibi,

    wie wir wissen haben sich die Verantwortlichen gegenüber dem Angebot einer weiteren, nachgewiesen kompetenten und darüberhinaus hoch motivierten Agentur, sich ganz offiziell am Geschehen zu beteiligen ablehnend geäußert.

    Soviel zum Thema „Warum nicht …“

  22. Krawalli

    „Bielefeld – die dynamische Wirtschafts-, Einkaufs-, Kultur- und Tagungsmetropole in Ostwestfalen-Lippe!“
    (www.bielefeld-marketing.de)

    Die Imagekampagne ist m.E. genauso überflüssig wie diese Diskussion. Fragt doch mal die Arbeitslosen in den Außenbezirken, ob diese Plakate Arbeitsplätze schaffen werden?

  23. textexter Artikelautor

    Eher das Gegenteil. Mit den 750.000 in 3 Jahren hätte sich einiges machen lassen…..

  24. textexter Artikelautor

    „Warum ist Bielefeld auf der Landkarte ein weißer Fleck? – Weil man im Stadtrat so ungestörter schwadronieren kann“.

  25. Theo

    Tja, … ob ein paar Bielefelder ein bisschen ostwestfälisches Marketing spielen oder ob in China der berühmte Sack Reis …

    Es stimmt, es ist alles völlig überflüssig, so wie es getan wird. Merkt eh keiner was von, da draußen.
    Nur schade ums schöne Geld.

  26. Wilma Thesselfricke, Rechnungshofdame

    Theo hat natürlich vollkommen recht.
    (Aber da hier immer wieder von Geld die Rede ist: Gibt es denn da überhaupt Budgetierungen, die überprüfbar wären? Da sind doch z.T. GmbHs ohne öffentliche Ausweisung im Spiel. Normalerweise wären Projekte dieser Art sowieso ausschreibungspflichtig. Hat jemand diese Ausschreibung gesehen? Wurde etwa frei vergeben? Stückelung? Wofür sollen denn die Steuergelder fließen? Media? Produktion von Web(2.0?)- Content? Kreation in Form von Zitatesammeln? „Konzept“? „Beratung“? Wer macht das bzw. soll das machen? Möglicherweise sind Dienstleister dabei, die damit Geld verdienen wollen? (Könnten wir ja verstehen.) Das sind Abgründe abseits unser aller altruistischer Überlegungen, in die wir schamhaft niemals zu blicken wagen. Die Alternative mit den wohltätigen Spenden für die Arbeitslosen scheint auch nicht richtig knackig: Ich kenne auch noch einige Brunnenbauer im Sudan; die könnten davon 35 Dörfer mit Wasser versorgen. Nein, belassen wir es hierbei: Bielefeld ist gut. Die Verantwortlichen haben unser volles Vertrauen. Die Dienstleister werden jeden Cent verdienen, den sie bekommen. Der Steuerzahler wird staunend verharren vor den Imageimpulsen, die auf ihn, Studenten und Unternehmer einprasseln. Und gemeinsam fassen wir uns an der Hand und singen: Pfui, Ihr Kritikaster, pfui, pfui, pfui!)

  27. textexter Artikelautor

    Keamann, Wilma, watt sinn se doch fürn schlimmet Weib. Buttgett in Bielefeld?`Was iss datt denn? Die Stadt hat sowatt bisher nich nöttig gehabt, datt hat Detmold gemacht für die. weilse mitte Kohle lange nich klargekommen sind. Jetz hamse wieder die Obbamacht. Die vonnen Zentgrum. Un nun legense los. IHmatsch föa Bielefeld. Lass jucken…. Wer guckt so spät vonne Sparrenbursch? Dat is de Kämmerer Lösekann odda wieda heisst…

    Wie kamma nur immer Kritik übben, wo datt doch allet so gut is. In Pillestadt. Hömma wer hat schon sowat wie alpecin… siehse Niemmand.

    In diesen Sinne lasse mal den Teuto glühen. Sparrenburch, sie lebbe hoch. Abba WDR hat festgestellt, beste Currwurscht kommt aus Bochum-Wattenscheid. Nix von dat Wassahäuschen innen neuen Bahofviertel. oder Achte. Dabei holt da imma den kleinen David sein Abbendessen fürn Hund.

  28. Krawalli

    Die Kommunikationsforschung in Bielefeld hat übrigens schon vor Jahren festgestellt, dass Kommunikation an sich ein äußerst unwahrscheinliches Ereignis sei.

    Vielleicht hätten die Verantwortlichen erst die Studie zur Emergenz, zur kognitiven Repräsentation und zum prozeduralen Charakter syntaktischen Wissens lesen sollen, um einen Beitrag zur Entwicklung der Grundzüge eines schemabasierten Syntaxmodells zu leisten, welches als Grundlage eines in sich schlüssigen Marketingkonzepts die wahren Vorzüge der Stadt in Text und Bild deutlich gemacht hätten?

    Die systematische Entwicklung eines im Rahmen dieses Theoriezusammenhangs häufig geäußerten Vorschlags zu einer Neufokussierung der Beschreibungsstrategien für syntaktisches Wissen, – der Vorschlag nämlich, dass nicht von Regeln, sondern von Schemata als basalen kognitiven Einheiten zur Repräsentation syntaktischen Wissens ausgegangen werden soll, – hätte im Kontext funktionalistischer und vor allem kognitionsgrammatikalischer Ansätze zur Untersuchung der Grammatik im Allgemeinen und der Syntax im Besonderen vielleicht in der Konsequenz zu weniger verwirrenden Werbebotschaften für Bielefeld geführt.

    Oder?

  29. richard

    brasilhaus heisst nicht nur «zufällig» brasilhaus.
    und ja, die kampagne ist käse, the team ist käse und bielefeld…? das gibts eh nicht.

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