Auf dem rechten Auge Totalausfall

Gestern abend habe ich auf den elektronischen Infotafeln im Bahnhof die Nachricht gelesen, dass die Bundesanwaltschaft im Mordfall von Heilbronn und die Mordserie gegen Migranten, wegen rechtsextremer Motive, ermittelt. Ich war erstmal total erstaunt. Denn seit wann ermittelt die Generalbundesanwaltschaft gegen rechts. Sonst ermittelt sie doch nur, weil vermeintliche Linke ein Auto vor einer Polizeiwache angezündet haben oder es vermehrte Farbbeutelwürfe oder angezündete Autos bei Hamburgs oberen 10.000 gab und das irgendetwas mit G8 zu tun hat.
Na und dann ist mir eingefallen: Es gibt einen neuen Generalbundesanwalt und der ist von der FDP. Zwar ein konservativer Liberalen, aber er scheint wohl in erster Linie dem Gesetz verplichtet zu sein und nicht wie seine konservative Vorgängerin in erster Linie der CDU.

Die GdP meint nichtsahnend, dass es eine rechtsterroristische Vereinigung ein Novum sei. Was schlicht nicht stimmt, denn der Oktoberfestattentäter war ein Neonazis mit Kontakten bis in die CSU. Und der Anschlag sollte ursprünglich, Linksextremisten in die Schuhe geschoben werden.

Die Südwestpresse übt sogar Selbstkritik an der jahrelangen Fixierung auf Linksextremismus:

Politisch gesehen, ein kleines Erdbeben“, kommentiert die Südwestpresse
den Fall in einem „Land, das jahrzehntelang gewohnt war, den Feind
unreflektiert in erster Linie im linken Lager zu verorten“

So würde ich mich nicht wundern, wenn beim Polizistinnenmord in Heilbronn in erster Linie nach linksextremistischen Tätern gesucht wurde. Das wäre zumindestens eine Erkärung für den Einsatz des Verdeckten Ermittlers in Heidelberg, welches ja nicht soweit weg von Heilbronn liegt. Dazu passt auch, dass der Baden-Württenbergische Innenminister Reinhold Gall die Täterschaft bis zu letzt bezweifelte und eben dieser die Aufklärung des Fall Simon Brenners bzw Bromma aus staatstragenden Gründen verhinderte.
Angesichts der dubiosen Verwicklung von mehreren Verfassungsschutzämtern halte ich hier alles für möglich (die Strategie der Spannung lässt grüssen …).

3 Gedanken zu „Auf dem rechten Auge Totalausfall

  1. textexter

    Wo so viele „solide“ stramme „eche“ Deutsche nur deshalb links fahren, weil es rechts schon so voll ist, wundert uns nichts mehr. Selbst ein Generalbundesanwalt, der tatsächlich mal so ermitteln lassen würde, wie sich das qua Gesetz gehört, nicht. Würde es wundern, wenn ihm die strammen rechten Kreise der „Elite“ demnächst mal was Linkes anhängen würden? Wie kommt er schließlich dazu, die rechtslastigen Ansichten der „wahren Elite“ auch nur ankratzen zu wollen? Simd sie doch schließlich die einzig unter ihresgleichen anerkannen „Leistungsträger“ der Nation. Man könnte sie laut hören, wenn sich die Türen bestimmter studentischer …schaften und Kameradschaften und Seilschaften nicht doch meist vorher schließen würden.

  2. epsilon Artikelautor

    Es besteht tatsächlich auch eine Beziehung zur einer Burschanschaft. Das habe ich versucht am Montag bei der NW im Artikel über die Normannia unterzubringen, wurde nur nicht abgedruckt.
    Und zwar hat die Normannia Jena Verbindungen zum THS und die Drei waren vor ihrem Untertauchen Mitglied in der THS.

    Merkwürdigerweise gibt es auch (bis jetzt) keinen normalen Artikel in der NW zu den neuesten Entwicklungen im Fall Heilbronn.
    Näheres weiss wohl nur Dirk Butenuth.

    Um 12:23 sahen sie sich dann doch genötigt, die Nachricht von gestern in letzte News zu bringen:

    12.11.2011 – 12:23 Uhr

    NRW-Innenminister sieht in „Döner-Mordserie“ Terrorismus

    Düsseldorf – Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger sieht in der Mordserie mutmaßlicher Rechtsextremisten Taten einer terroristischen Gruppierung. …

    http://www.nw-news.de/news/letzte_meldungen/

    Korrektur: In der Printausgabe stand es wohl unter Aus Aller Welt.

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