Bakschisch gegen Hörschäden

Das Lärmschutzgesetz will die Bürger vor gesundheitlichen Schäden durch Lärm bewahren. Beim Teilabriss des Hochbunkers wurden die Nachbarn massiv durch Lärm belästigt.

Nun kam heraus, dass die Firma „G eins“, die das Projekt betreibt, durch ein kleines Bakschisch von 3000 Euro pro Anlieger, sich von Protesten, die in letzter Konsequenz zum Stillstand der Arbeiten hätten führen können, frei gekauft hat (NW vom 11. Februar 2012). Für mich ist unklar, wie 3000 Euro vor gesundheitlichen Schäden bewahren. Es sei denn, man nimmt die Geldscheine und stopft sie sich ins Ohr.

Gänzlich unverständlich ist mir allerdings, wie eine ganze Kirchengemeinde durch die Zahlung eines Geldbetrags, wie hoch auch immer, vor Hörschäden bewahrt wird. Aber die Wege des Herrn sind anscheinend wirklich unergründlich. Nahm doch der Anlieger, Pfarrer Menzel, die 3000 Euro für seine Gemeinde entgegen, auf das die Ohren der Gläubigen geschützt seien, damit sie fürderhin beim Gottesdienst, die Worte des Herrn besser vernehmen mögen.

Man sieht, nicht nur der Bundespräsident ist für kleine Gaben empfänglich, auch die Sachwalter des Allmächtigen können durch die richtige Menge Schmierstoff ihrer Meinung eine gewisse Flexibilität verleihen.

Für die Beurteilung des ehemaligen Messdieners aus Osnabrück und im Moment noch Muttis Präsident, möge in Zukunft gelten: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein…“ Johannes 8,1-11; Römer 3,23.24 (Ich hoffe, die Textangabe stimmt, habe ich aus Auftanken. de)

3 Gedanken zu „Bakschisch gegen Hörschäden

  1. herostratos

    es geht immer nur ums Geld…gebt den A33-Verhinderern genügend Geld, dann verschwinden auch urplötzlich die Fledermäuse, Lurche und Wiunderfrösche von der Bildfläche….!

  2. differenzierte Meinung

    Ich würde es eher „vorauseilendes Schmerzensgeld“ für die Belästigung nennen. Im Gegensatz zu luft- und bodengebundenen Einflugschneisen war im hier vorliegenden Fall ja keine dauerhafte Lärmbelästigung 24/7/365 zu ertragen, sondern eben nur für eine gewisse Zeit. Sicherlich auch nervig genug und für ein nervöses Nervenkostüm vielleicht auch schon zu viel. Echten Hörschaden kann ich mir da eher weniger vorstellen.
    Ungefähr zeitgleich wurde übrigens der Hochbunker an der Ernst-Rein-Straße abgerissen. Auch dort gab es Baustopps wegen der Lärmbelästigung (direkt nebenan ist die Gehörlosen-Schule des LWL). Dort wurden die Arbeiten statt mit Presslufthammer dann mit riesigem Bagger mit Betonschere fortgesetzt. Die letzten Bodenfundamente mussten dann aber doch wieder mit dem Meißel bearbeitet werden.

  3. Onkel Otto

    Für 3000 Ocken kann man schon ein paar Tage hübsch ins Hotel ziehen.

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