Spargelstecher fehlen. Lex „Eckpunkt“

Bielefeld, diese Kapitale Ostwestfalens, liegt inmitten eines der großen deutschen Spargelanbaugebiete. Wie die NW Neue Westfälische, größte Tageszeitung der Stadt und Region, heute morgen groß auf Seite 1 aufmacht, würden deutsche Arbeitslose nicht genügend auf den glänzenden Vorschlag eingehen, für € 5,17 pro Stunde plus Zuschläge auf den Feldern den Spargel zu stechen. Folglich würde er in großen Mengen verrotten, so die Spargelbauern.

Schuld daran sei eine „Eckpunktregelung für die Zulassung mittel – und osteuropäischer Saisonbeschäftigter“, wonach nur noch 80% der im Vorjahr zugelassenen Saisonarbeiter eingestellt werden dürfen. Und die restlichen 20% könne man eben nur unzureichend mit deutschen Arbeitslosen auffüllen.

Ach ja. Da bleibt nur seufzen. Da schaffen die Pullundertträger „Eckpunkte“ und die faulen Deutschen wollen nicht. Wer schon einmal Spargel gestochen hat, weiß, wie schwer dies Arbeit ist. Und wer jahrelang von der Arbeit entwöhnt wurde, weil jene mit hunderttausend Leuten besetzte Arbeitsagentur ihnen einfach keine Arbeit verschaffen konnte, schafft das wohl auch nicht. Dabei gibt es außer dem Stecherjob eine ganze Menge anderer Jobs, die gemacht werden wollen. Die erfüllen aber perverserweise die Quote nicht. Nur der Spargelgott weiß, was die beamteten Pullunderträger da wieder gesetzlich ausgeheckt haben. Den Spargelbauern und den Arbeitslosen hilfts jedenfalls nicht.

Wie der „Eckpunkt“ mal wieder beweist, ist unsere aktuelle Politik fern des wirklichen Lebens. Aber der Spargel mundet den Pullunderträgern sicher sehr gut.