Zum Abbruch freigegeben?

Panorama der Friedrich-Ebert-Straße, nördliche Begrenzung des Wilhelmstraßenviertels. Wer OB Pit und Baudezernent Moss ein neues Café auf den Kesselbrink baut, der darf hier alles abreissen und schöne neue Betonkästen hinstellen.

 

Wenn er will, kann er die menschenleere Betonwüste dann auch Boulevard nennen – Bielefeld, die käufliche Stadt am Teutoburger Wald.

8 Gedanken zu „Zum Abbruch freigegeben?

  1. bauschlau

    Gelungene Montage der Gesamtansicht, die man vom Gehsteig aus ja eher weniger wahrnimmt. Die Häuser gegen grauen Beton wie auf der anderen Straßenseite auszutauschen wäre wirklich ein Frevel. Der Zusammenhang zum von der BGW (?) zu bauenden Kesselbrink-Würfel ist mir noch nicht klar. Gibt es dazu Details? Den Zusammenhang zum hässlichen und seelenlosen „Bullervard“ sehe ich in den Parallelen der Vorgeschichten. Da seinerzeit die an Klüngel grenzende Kungelei um die Großkino-Wellblechschachtel, hier das Gekungel um ein überflüssiges Einkaufszentrum. (Wer soll da alles kaufen? Eine schrumpfende Gesellschaft mit tendenziell weniger Geld in der Tasche im Wettbewerb mit dem Online-Handel?)

  2. notepicker Artikelautor

    @bauschlau
    Die BGW als Bauträger für das Kesselbrink-Café ist wieder mal so ein Versuchsballon voll heisser Luft der Bielefeld-Mafia, wie vor Jahren der angebliche Ankauf des Amerikahauses durch die BGW. Ein reiner Showact. Der anscheinend etwas spinnerte Chef der BGW, Müller, liess sich damals, von der NW, mit Texashut auf dem Kopf vor die Toys-Ur-Us-Bauruine montieren.
    Zum Café selbst: Wer soll denn, bitteschön, drei Etagen plus Aussengastronomie, plus Dachterrasse, erfolgreich bewirtschaften? Bei der geplanten begrünten Front weiß man nicht einmal woher das Giesswasser kommen soll. Das Pflanzen nicht von Wasser allein leben können, wurde offenbar vollkommen vergessen.

  3. Onkel Otto

    Aus Spaß wird Ernst und der Bielefelder an sich zeigt sich ein weiteres Mal völlig unsensibel für Stadtgestaltung und Ästhetik. Ist eben doch was er immer war: Ein einfacher Bauer.

  4. bauschlau

    Die BGW ist ganz umtriebig, aber ob die am Ende wirklich einen Protzwürfen auf den Kesselbrink baut, bleibt doch mal abzuwarten, denn die beiden Minderheitseigentümer (http://de.wikipedia.org/wiki/Bielefelder_Gemeinn%C3%BCtzige_Wohnungsgesellschaft) Ravensberger Heimstätten (15%) und Freie Scholle (10%) werden dem Haupteigentümer Stadt Bielefeld (75%) aus unterschiedlichen Motiven sicherlich nicht jeden Unsinn durchgehen lassen. Die Ravensberger Heimstätten sind m.W. zusammen mit der LEG an den Immobilienfond Whitehall verscheuert worden. Der Fond ist sicherlich auf Gewinnmaximierung aus und wird kein Interesse haben, defizitäre Projekte zu machen. Die Scholle müsste wirtschaftlichen Unsinn ihren Mitgliedern erklären.
    In sofern stimme ich Dir gern zu, dass das erstmal ein Versuchsballon ist, mit dem andere auf den Geschmack gebracht werden sollen oder mit dem das Problem, dass man für den Kesselbrink-Pavi eigentlich noch nichts vorzuzeigen hat, überbrückt werden soll.
    Den sachlichen Zusammenhang zu den schönen Fassaden des Wilhemstraßen-Carres sehe ich aber immer noch nicht.

  5. notepicker Artikelautor

    @ bauschlau
    Der Zusammenhang ist folgender: Als Gegenleistung für die Zustimmung der Stadt zum Bau des Arcade-Center hatte der Investor MFI offenbar versprochen, den Pavillon auf dem Kesselbrink zu bauen. Der Bau des Arcade-Centers aber hätte den Abbruch der Häuser in der Friedrich-Ebert-Strasse voraus gesetzt.

  6. sparros

    Dafür jubelt die EnnWeh heute großflächig im Lokalen (Ansgar Mönter) über die doch „so gelungen“ daherschreitende Würfel- bebauung mit eng verzahnten „chicen“ Wohnquadern im Osten, „neue Mitte“. Aus dem Disaster Neumarkt nichts gelernt? Eine Lokalzeitung, die so kritiklos mit der Stadtgestaltung umgeht, hat Mitschuld daran.

  7. bauschlau

    Ah, so herum wird ein Schuh daraus. Nun sah es für MFI zuletzt schlecht aus, weil die ECE (Otto) die Horton-Passage übernommen hat und erweitern will. Eine zweite Shopping-Mall jenseits der Herforder Straße wird damit noch überflüssiger. Keine MFI-Mall im Wilhemsviertel => kein MFI-Würfel auf dem Kesselbrink => Stadtverwaltung mit leeren Händen => BGW füllt das Loch. Was für ein Käse. Wer die Parallelen zum Tanz um die Kälber Kino/ neues Bahnhofsviertel und Neumarkt nicht erkennt, darf mal zum Optiker in einer der Malls.
    Notieren darf man sich auch gern die immer wiederkehrenden Namen einzelner Projektentwickler.

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