Wahlthema Schulden

Schulden sind ja, glaubt man einschlägigen Parteipropagisten, irgendwie .. nun ´ja: Igitt; Schulden macht man einfach nicht, sie belasten zukünftige Generationen und was dergleichen Blabla mehr ist. Also was da die ‚Schwäbische Hausfrau‘ ist …

Aber komisch: Unternehmen machen zuweilen Schulden: dann nämlich, wenn sie eine Investition vornehmen, von denen sie zukünftigen Gewinn erwarten; Gewinn, der hoch genug ist, auch die Schulden zu bedienen.

OK: der Staat kann Schulden machen, weil er Geld zum Fenster rauswirft – eine schlechte Idee.

Er kann aber auch für die Zukunft investieren – Straßen und Schienen bauen, die Lehrerausbildung verbessern und so weiter; gibt eigentlich genug zu tun. Teils – wie bei Straße und Schiene – stecken die Geldschulden dann in Sachwerten; hier ist die Bilanzsumme ausgeglichen. Mehr und bessere Lehrer mögen erst mal ‚kosten‘. Doch sie verbessern die Ausbildung der Kinder – damit deren Chancen auf einen gut bezahlten Job, stiften also Nutzen. Straße und Schiene werden auch genutzt; auch als Transportwege für die Industrie – oder damit Berufstätige zum Arbeitsplatz gelangen können. Sollten etwa die, die später den Nutzen haben, nicht auch später dafür – in Form von Steuern – zahlen?

Ein anderes Beispiel: Theater interessiert nicht jeden – wäre also zu fragen: sind Theater Kulturgut? – Die Opern, Operetten, Musicals, Stücke? Wenn ja: auch erhaltenswert? – Nun kann man sagen: soll doch der dafür zahlen, der sie nutzt – was unter 100 Euro je Eintrittskarte dann nicht zu haben wäre, zu hoch für viele, Sollen alle die Möglichkeit haben, ins Theater zu gehen. Müssen die Eintrittspreise niedriger sein – und dass heißt eben Subvention, durch den Staat, aus Steuermitteln (so lange es große Einkommensunterschiede gibt).

Hier ‚zieht‘ ein weiterer Punkt: soll der Staat Aufgaben haben, muss er sie auch finanzieren können. Durch Einnahmen: und die sind nun mal Steuern. Unternehmen etwa profitieren von der allgemeinen Infrastruktur bis hin zu Gerichten, die zu ‚Recht‘ verhelfen – sollen sie für diesen geldwerten Nutzen nicht etwa zahlen? – Und wer ‚besser verdient‘ – verdankt auch dies mit einer Ausbildung, die er nicht zahlte – also darf er diesen Ausbildungserfolg nun mit höherer Steuer nachträglich zahlen; was spricht dagegen?

Was noch die ’schwäbische Hausfrau‘ anbelangt: eine gute Ausbildung ihrer Kinder, die es ‚mal besser haben sollen‘ zu zahlen, würde ie wohl auch Schulden machen, so lange sie diese auch abbezahlen kann.

Merke: Schulden sind nicht automatisch schlecht; manche machen Sinn.