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Nov '08

Auch die Spasskassen zockten

spasskassenvoligt.jpg

Das ist der liebe Herr Vogt aus Bielefeld. Er ist sowas wie der Oberchef der westfälischen Spasskassen. Manchmal finanziert er in Fernsehspots auch Gattinnen von Gefängnisinsassen Maseratis. Jetzt gibt er in den Zeitungen sowas wie “leichte Entwarnung” und freut sich, wie gut doch eigentlich die WestLB in Düsseldorf dasteht. So ganz dazu passen wollen die Meldungen, die über die Ticker kommen, allerdings nicht:

Viele Sparkassen haben sich laut “Financial Times Deutschland” stärker mit riskanten Wertpapieren verspekuliert als bisher bekannt. In Nordrhein-Westfalen stehe eine Reihe von Sparkassen vor hohen Abschreibungen, berichtete das Blatt ohne Nennung von Quellen. Besonders kleinere Institute seien betroffen. Die Banken hätten Geschäfte mit der Landesbank WestLB gemacht, die den nordrhein-westfälischen Sparkassen zu 50,4 Prozent gehört. Beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Die WestLB habe den Sparkassen zwischen 2003 und 2006 in großem Stil so genannte CDO-Papiere verkauft, berichtete die “Financial Times Deutschland”. Dies sei im Rahmen eines Programms mit dem Namen “House of Europe” erfolgt, das rund fünf Milliarden Euro schwer gewesen sei. Die WestLB-Investmentbanker hatten die hochkomplexen Kreditpapiere nicht nur vertrieben, sondern selbst strukturiert, berichtete das Blatt weiter.

Einige Sparkassen prüften rechtliche Schritte gegen die WestLB, berichtete die “FTD”. Sie werfen der Landesbank vor, sie bei dem Verkauf der Papiere falsch beraten zu haben. “House of Europe” sei ein Vertriebsschlager der WestLB gewesen. Die Düsseldorfer hätten das Programm “aggressiv vermarktet”, zitierte das Blatt einen Sparkassen-Vorstand. Bisher hatten die Sparkassen sich als Gewinner der Finanzkrise präsentiert, da sie im Vergleich zu den privaten Großbanken von den Turbulenzen verschont geblieben schienen. Zwar sind die Institute durch ihre Beteiligungen an den Landesbanken mittelbar von den Turbulenzen an den Finanzmärkten berührt - von direkten Belastungen einzelner Häuser war bis dato aber kaum die Rede.

Von wegen: Wenn´s um Geld geht, Spasskasse. Wenn´s ums Zocken geht, wohl auch.

Dieser Eintrag wurde verfasst am Mittwoch, 5. November 2008 um 15:36 und in der Kategorie Allgemeines und Sonstiges abgelegt. Antworten auf diesen Beitrag kannst du mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst außerdem einen Kommentar abgeben oder einen Trackback von deinem Blog senden.

Ein Kommentar zu “Auch die Spasskassen zockten”

  1. Investments und Geldanlagen - Blog meint:

    Sparkassen in riskante Wertpapiergeschäfte verstrickt…

    Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, sollen nun auch die Sparkassen von der weltweiten Finanzkrise betroffen sein. Bisher schien es, als bliebe der Großteil der Sparkassen von der Finanzkrise verschont.
    Getroffen hat es vor allem die Sparkassen in N…

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