Was neulich in Bielefeld ähnlich war…

Seit dem frühen Morgen reißen die Proteste in Dortmund nicht mehr ab. Es gibt vielfältigste Aktionen, Demonstrationen, Blockadeversuche, Kundgebungen und Stadtteilfeste. Mit einem Aufgebot von mehreren Tausend schwer bewaffneten Polizisten mit Wasserwerfern wird versucht, die Bevölkerung einzuschüchtern und die Versammlung der rechten Demo zu ermöglichen. Ein ganzer Stadtteil ist abgeriegelt und damit wird das demokratische Versammlungsrecht ausgehebelt. Nachdem die Rechten stundenlang an ihrem Treffpunkt, von Polizei beschützt, festsaßen, gelang ihnen mit Hilfe der Polizei gegen 14:30 Uhr doch noch eine Demonstration. Gegendemonstrationen wurden von der Polizei fern gehalten.

Um 9 Uhr begann am “Fritz Henßler-Haus” eine Kundgebung und anschließende Demonstration zum Nordmarkt. Die Demonstration mit mehreren Hundert Teilnehmern bekam in ihrem Verlauf Zuwachs. Versuche, über Nebenstraßen in das abgeriegelte Gebiet zu kommen, wurden von Polizeikräften abgewehrt. Die Demonstration war sehr kämpferisch, mit vielen Parolen, Ansprachen an den “offenen Mikrophonen”. Es gab eine massive Kritik an der Polizeiführung, ohne deren Schutz die Rechten in Dortmund keinen Fuß auf den Boden bekommen würden. Große Einheit bestand auch in der Forderung nach dem Verbot aller entsprechenden Organisationen.

Um 12 Uhr begann gegenüber dem Hauptbahnhof nach einer Auftaktkundgebung erneut eine Demonstration zum Nordmarkt. Bei aller Unterschiedlichkeit der teilnehmenden Kräfte, so neben den linken Kräften auch von Kirchen, dem DGB, SPD und der Stadt, wurde eine neue Übereinstimmung deutlich. Es gab in der Stimmung eine große Einigkeit darin, daß man sich aktiv stellen muss, bis hin zu Blockaden.

Die zahlenmäßig nur wenigen Rechten können sich nur so aufspielen, weil sie von der Polizei und Justiz gedeckt werden. Das “offene Mikrophon”, wurde viel genutzt. U.a. berichtete ein Jugendlicher, daß 19 Kumpel`s von ihm am Bahnhof schon aufgrund ihres T-Schirts als “linksextreme Gefährder” in Sicherheitgewahrsam genommen wurden.

Sie hatten auf ihrem T-Shirt einen Aufdruck “Wer glaubt, daß Volksvertreter das Volk vertreten, der glaubt auch daß Zitronenfalter Zitronen falten” (der alte Spruch, ;-) , immer wieder aktuell).

Derzeit gehen die Aktivitäten, Demos, Kundgebungen, Feste und Blockadeversuche weiter.