Keine B66n durch die Oststadt

Die Planungen zu einer vierspurigen Stadtautobahn (B66n) – quer durch Bielefeld – wurden, da unsinnig, bereits vor vielen Jahren vom Bundestag verworfen. Doch nun gibt es eine Neuauflage des Vorhabens.

Auf Betreiben der Industrie- und Handelskammer (IHK) steht die B66n im Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan 2030, der am 16. März 2016 veröffentlicht wurde – und zwar in der Kategorie „vorrangiger Bedarf“.

 

Das bedeutet: Eine im Schnitt 40 m breite vierspurige Stadtautobahn soll vom Ostwestfalentunnel aus entlang der Bahnstrecke der Eurobahn durch das Grüne Band über 6,2 km bis zur Lageschen Straße bei Hillegossen führen und den „fünften Kanton“ knapp hinterm Maria-Stemme-Berufskolleg und hinterm Rußheide-Stadion zerschneiden.

Der offizielle Umweltbericht erwähnt als Folgen ein zunehmendes Verkehrsaufkommen in Bielefeld-Innenstadt (Osten), Heepen, Bethel, Hillegossen, Ubbedissen.

Bis zum 2. Mai 2016 haben Sie die Möglichkeit, Einwände gegen den Plan geltend zu machen. Nutzen Sie Ihre Möglichkeit zur persönlichen Stellungnahme unter:

http://bit.ly/b66n-beteiligung

http://www.bmvi.de/DE/VerkehrUndMobilitaet/Verkehrspolitik/Verkehrsinfrastruktur/Bundesverkehrswegeplan2030/StellungnahmeAbgeben/stellungnahme_node.html

oder per Post an: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Referat G12, Invalidenstraße 44,10115 Berlin, Stichwort „BVWP 2030“.

Besondere Formen der Stellungnahme sind dabei nicht zu beachten.

Schreiben Sie zum Beispiel:

„Den geplanten Neubau der B66n in Bielefeld lehne ich ab. Bielefeld verträgt keine zusätzliche Stadtautobahn.

 

Sechs Gründe gegen die Stadtautobahn B66n:

  1. B66n – keine Ortsumgehung, sondern eine Autobahn mitten durch die Stadt                                                                                     Die Neuplanung der B66n wird im Plan als Ortsumgehung von Bielefeld dargestellt. So will man die über 100 Mio. € geplanten Investitionskosten rechtfertigen. In Wirklichkeit geht sie mitten durch die Oststadt. Eine Ortsumgehung besteht bereits mit Eckendorfer Straße und Ostring.
  1. Innerstädtischer Lebens-, Natur- und Wohnraum wird zerstört und zerschnitten                                                                                         Die 6,2 km lange Trasse würde mit 40 Meter Breite und bis zu 17 m Höhe die Oststadt zerschneiden und das beliebte Grüne Band zerstören. Die Investitionen ins Grüne Band wären verloren. Grünzonen am Wiehagen und die Täler von Mühlenbach und Baderbach würden teilweise zerstört. Für die Trasse müssten viele Häuser abgerissen werden. Viel innerstädtisches Bauland würde wegfallen.
  1. Lärmteppiche und Abgaswolken schädigen die Gesundheit       Die Stadtautobahn erhöht den Verkehrslärm (auf über 75 dB), die Abgas- und Feinstaubbelastung deutlich. Noch mehr Verkehr wird in und durch das Zentrum von Bielefeld gelenkt. Alternative Investitionen in gesundheitsverträgliche Verkehrslösungen unterbleiben.
  1. Frischluftbahnen in das Stadtzentrum werden unterbrochen      Die geplante Trasse blockiert die Frischluftzufuhr vom Nordhang des Teutoburger Waldes in das Zentrum von Bielefeld. Hitze- und Schadstoffbelastungen nehmen zu.
  1. Knappe Investitionsmittel werden fehlgesteuert                               Der geplante Eigenanteil der Stadt von 40 Mio. € fehlt für soziale, kulturelle und ökologische Stadtentwicklungen. Die 60 Mio. € Bundesmittel fehlen im Bildungswesen, im sozialen Wohnungsbau und anderswo.
  1. Stadtentwicklung geht anders besser!                               Vorhandene Finanzmittel sind besser in alternative Planungskonzepte zu investieren, mit echten Gewinnen für die Lebens- und Mobilitätsqualität in Bielefeld.Die Trasse führt von der Lageschen Straße in Hillegossen zum Ostende des Ostwestfalentunnels. Sie orientiert sich an die Bahnlinie der Eurobahn.

Weitere Details zur Planung sind im Projektinformationssystem (PRINS) zum

Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 nachzulesen: http://www.bvwp-projekte.de/map_street.html Projektauswahl: B66 – NW – Bielefeld – B66-G40-NW – VB

Die Bürgerinitiative gegen die B66n im Internet: http:// www.b66n.de

Wir begehen die vorgesehene Trasse – Sie sind herzlich eingeladen!

Treffen vor dem Ostbahnhof (Am Ostbahnhof 1)

Mittwoch, den 13.4.2016 um 18.00 Uhr

Im Anschluss besprechen wir unser weiteres Vorgehen gegen diese verantwortungslose Planung.

12 Gedanken zu „Keine B66n durch die Oststadt

  1. tomtom

    Ja ist klar. Ihr Penner seid woeder dagegen. Nur sind eure sogenannten Gründe nicht tragfähig.
    Der Bedarf für die B66neu ist vorhanden.
    Die IHK hats bewiesen. Da könnt ihr noch so viele Begehungen machen und anarchistische Pläne schmieden. Die neue Stadtautobahn kommt. Ich freu mich drauf.

    1. Timtim

      TomTom, Schon mal an die Leute gedacht die dort wohnen? Ich bin normalerweise auch immer für sowas. Aber diese Autobahn würde mitten durch die Stadt gehen, und unser Haus wäre davon betroffen. Kein Altes, sondern ein neues Einfamilienhaus. Das ganze ist nicht nötig, da es im Süden die A33 gibt, die zum Ossi führt, und im Norden den Ostring und eckendorferstraße.
      P.S. „ihr Penner“ zeigt deine geistige Reife

    2. ReThink

      Ist ja schön, dass der Bedarf da ist, aber wenn so eine Stadtautobahn gebaut wird, ist das doch nur eine Einladung für noch mehr Auto-Verkehr, noch mehr gesundheitsschädliche Abgase und noch mehr Lärm!

      Muss die Stadt erst in Smog versinken bevor man merkt, dass Unmengen Autos in einer Großstadt keine gute Idee sind?
      Besser und tausendmal nachhaltiger wäre es, wenn der öffentliche Nahverkehr und die Fahrradwege besser ausgebaut und noch attraktiver (preisgünstiger) gestaltet werden würden anstatt aus wertvollen Grünstreifen lärmende Betonstreifen zu machen!

      1. tomtom

        Ser Bedarf ist da, Rethink. Das merkt jeder, der von der A2 in die Stadt fährt.

        Und was meinst du mit noch mehr Autoverkehr? Die Anzahl der( Bielefelder) Autos erhöht sich durch die neue Straße nicht. Also gibt es nicht mehr Lärm und Abgase. Die Staus auf der Detmolder werden vermieden. Der ganze in die Innenstadt fließende Verkehr wird entzerrt und verteilt sich besser.
        Das hat alles nichts mit Fahrradwegen und Grünstreifen zu tun. Dagegen hat keiner was.

  2. Anwohner

    @Oberschlaumüller

    einfach mal lesen, was da in dem Wikipedia-Artikel für Zahlen drin stehen. 20 m Breite für eine zweispurige Stadtautobahn. Bei vier Spuren also???

    Oder bist du ein Lügenbold, background?

    1. R.D.Obermueller

      20m insgesamt für 2×2 Fahrstreifen ohne Standstreifen. 26m mit Standstreifen. Insgesamt. Nicht noch mal mit 2 multiplizieren. :p

  3. tomtom

    Ach, sieh da, timtim. Du wohnst im Erschließungsgebiet?

    Und nun hast du Befürchtungen, dass nach dem Bau der tollen neuen Stadtautobahn der Wert deines Häuschens und Grundstücks sinken könnte?

    Lolololol So sind sie, die Bielefelder Wutbürger!

    Deine Angst vor Werteverlust zeigt deine mangelde finanzielle Reife, timtim

  4. wolfspups

    Lena Strohtmann hats gerade in der Lokaizeit verkündet:

    Ihr VerbraucherInnen, die ihr Produkte im Internet bestellt und per DSL, Hermes, UPS, usw liefern lasst…
    Ihr seid Schuld, dass die Detmolder so wie sie ist nicht mehr ausreicht für den ganzen Warenverkehr…
    Und zweitens wird der Standort Uni Bielefeld für WissenschaftlerInnenvo außerhalb attraktiver, wenn sie auf der B66n durch unsere Grünstreifen rasen dürfen…

    Hat schon voll den Durchblick, die Alte…

  5. Anel

    Leider hat die „Alte“ Lena verloren. Die B66n kommt nicht. Jedenfalls wird nicht in den nächsten25 Jahren geplant. Und dann wird es auch schlaue Leute geben, die es zu verhindern wissen.

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