Pit tut niemanden weh

… und Erwin auch nicht.

Pit Clausens Engagement für die Rechte von Homosexuellen beschränkt sich bislang darauf, dass am Christopher Street Day eine Regenbogenfahne auf der Sparrenburg gehisst wird. Das alljährliche Treffen der Burschschaftler in Bielefeld, welche nicht nur wegen ihrer Homophobie in der Kritik stehen, wäre ein willkomenener Anlass gewesen sich mal deutlicher zu positionieren.
Letzten Montag stand im OWL-Teil des Qualitäts-Blattes Neue Westfälische, dass der Bürgermeister aus terminlichen Gründen nicht an dem alljährlichen Treffen Bismrack-Kommers der Bielefelder Burschenschaftler teilnimmt.

Was in dem Artikel verschwiegen wird ist, dass die Bielefelder SPD im Sinne des Unvereinbarkeitsbeschlusses des SPD-Parteivorstandes von 2006 ihre Funktionärs- und Mandatsträger sowie die Repräsentanten der Stadt Bielefeld augefordert hat, den Bielefelder „Bismarck Kommers“ und ähnliche Veranstaltungen so lage nicht zu besuchen, wie die „Burschenschaft Normannia-Nibelungen“ oder ähnliche faschistische und diskriminierende Organisationen (Mit-)Veranstalter sind, bzw. deren Mitglieder dort ausdrücklich willkommen sind.

Das Haus der Normannia mit Kamera im FensterDie Normannia Nibelungen wurde zwar dieses Jahr offiziell ausgeladen, aber weiterhin ist die Alte Leipziger Turnerschaft Hansea Bielefeld“ offiziell wilkommen, deren Wohnheim in der Detmolder Straße bis vor kurzem noch eine Reichskriegsflagge zierte und die engste Beziehungen zur Normannia pflegt. So hat die Leipziger Turnerschaft Hansea Bielefeld gemeinsam mit der Normannia versucht eine Schülerverbindung in Bielefeld aufzuziehen.

Es wäre daher kein Problem gewesen den Vorstandsbeschluss zu zitieren.

Nicht bekannt ist ob der Bielefelder Polizeipräsident Erwin Südfeldoder ein Vertreter wie in den Vorjahren teilgenommen hat.

Die Polizei hat jedenfalls eindeutig gezeigt auf welcher Seite sie steht. Die Gegendemonstration wurde an ihrem Startpunkt bei der Normannia Nibelungen von dem dortigen Burschenschaftlergebäude mit einer Videoausrüstung beobachtet, dabei gibt es eindeutige Urteile der Verwaltungsgerichte, die das Filmen von friedlichen Versammlungen verbietet. Nachdem Start wurde die Demo durch den Helikopter Cristopher 13 umkreist, der eigentlich zur Rettung von Menschenleben gedacht ist. Vermutlich wurde der sonst übliche schwarze Polizeihelikopter nicht genehmigt. Begleitet wurde die Demonstration von der Bielefelder Einsatzhundertschaft, die mit Schlagstöcken und Reizgas ausgerüstet war. Ein Vertreter des Staatsschutzes ließ es sich zudem nicht nehmen bei den Zwischenstationen sich unter Missachtung des Versammlungsgesetzes (§ 12 VersG mit § 14 VersG) sich in die Demo einzureihen.

12 Gedanken zu „Pit tut niemanden weh

  1. Reno Vegan

    Die Sache mit Christoph 13 bitte mal untermauern. Vielleicht kreiste der nur wegen der Winde im Landeanflug auf Bethel oder die Städtischen Kliniken … kommt schon mal vor.

  2. Beobachter

    Es könnte auch sein, dass die Burschis selber filmen und die Kamera nicht von den Bullen stammt.

  3. primula vulgaris

    Der Christoph 13 landet auch überraschend häufig vor dem Präsidium an der Stapi, z.B. heute.

  4. Teilnehmer

    Es wäre aber schon seltsam, wenn die Burschis ihre Kamera auf einem Auto aufgebaut hätten, auf dem in großen Buchstaben P-O-L-I-Z-E-I stand. Und sich dazu noch als Polizisten verkleidet hätten.

    Selber gefilmt haben sie aber tatsächlich, aus einem ihrer Dachfenster.

    Die Sache mit dem Hubschrauber kann ich allerdings nicht bestätigen.

  5. epsilon

    Der Hubschrauber kreiste einmal als die Demo los ging und dann 10 Minuten späten tief im Westen, also sicher kein Landeanflug, d.h. was normalerweise der Polizeihubschrauber bei Demos macht.

  6. manni

    @Beobachter Mir sieht das auf dem Bild eher nach einem vermummten SEK-Mitglied mit Kamera aus und nicht nach Burschis. Die Kamera wirkt auch ein wenig zu professionell.

  7. Ein Kenner

    Was hier fälschlicher Weise für eine Kamera gehalten wird ist eine technische Hilfe für den Piloten zum Erkennen gefährlicher Hindernisse wie z. B. Strom- und Telefonleitungen. Diese sind für die RTH-Besatzung gerade bei schlechtem Flugwetter oft sehr schwer zu erkennen und können dann zu sehr schlimmen Unfällen führen. Übrigens: in erster Linie ist der Rettungshubschrauber ein Zubringer für den Notarzt. Bei innerstädtischen Einsätzen kommt es in der Tat vor, dass gesicherte Landeplätze wie die Hauptwache oder das PP angeflogen werden und der Notarzt dann bodengebunden zur Einsatzstelle weitertransportiert wird. Es liegt den jeweiligen Besatzungen ganz bestimmt fern, irgendwelche Demos zu beobachten. Und bei der Einsatz-Dichte bleibt dazu meist auch gar keine Zeit. Also: Erst denken, sich erkundigen und auf keinen Fall irgendwelche Verleumdungen 🙂

  8. epsilon Artikelautor

    Lieber Kenner,

    erst lesen und dann andere der Verleumdung beschuldigen. Es ging hier nicht um eine Kamera am Rettungshubschrauber, sondern um eine Kamera auf einem Polizeiwagen und eine Kamera im Haus der Burschis.
    Zweiten der Rettungshubschrauber flog nicht von A nach B und hat dabei zufällig die Demo überquert, sondern überkreiste die Demo, wie sonst die schwarzen Polizeihubschrauber. Wenn die Fahrtenpläne so eng sind, ist es noch schlimmer wenn der Hubschrauber zur Demobeobachtung missbraucht wurde.

  9. Kenner

    Epsilon,

    ich glaube wirklich nicht, dass der Rettungshubschrauber zur Demo-Beobachtung missbraucht wurde und wird. Das klingt ziemlich absurd und hat noch weniger Niveau als die „Bild“-Zeitung.
    Warum ist es Ihnen unangenehm, wenn Sie von einem Rettungshubschrauber überflogen werden? Schlechtes Gewissen?

  10. epsilon Artikelautor

    Lieber Kenner,

    wieso kreiste dann Deiner Meinung nach der Hubschrauber über den Westen ?

  11. Kenner

    Epsilon,

    das unterliegt wohl dem Datenschutz. Aber er wird einem hoheitlichen Auftrag nachgegangen sein, vornehmlich der Rettung von Menschenleben bzw. der Vermeidung und Bekämpfung schwerer gesundheitlicher Schäden. – Und Christoph 13 „tut auch niemandem weh“ 🙂 Ganz im Gegenteil.

    VG.

  12. Experte

    Das ist doch ganz klar, der Hubschrauber musste erst rumkreisen, damit der Notarzt weiss wohin er gehen muss, wenn dann beim PP gelandet ist und aussteigt.
    Oder es wurde jemand vermisst und der Rettungshubschrauber wurde für die Suche eingesetzt. Da die Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera ausgestattet sind, sind sie dabei nützlich.

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