„M“ – „Wenn der Journaillegaul am Kesselbrink wiehert

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Da brach dann wohl Jens Reichenbach vom Lokalen der NW der journalistische Gaul endgültig ob der breitflächig in der Metropole inszenierten Jagd nach Ausbrecher Michalski durch. Sein Vergleich mit dem 1931 entstandenen Filmklassiker „M – eine Stadt sucht einen Mörder“ erinnert sicher alle Drittzähnler der niedlichen kleinen Stadt an die aufwändigen Dreharbeiten damals. „Wißt Ihr noch? Damals an der Lutter, als der Verbrecher mit Barrikaden aus Broten von Bürenkemper den Strom aufstaute?“.

Bißchen Phantasie ist ja gut. Aber wenn zu später Stunde OBPit in der TV-Sendung „Extra“ im Rahmen einer „spannenden“ Reportage aus dem Polizeihauptquartier des Metropölchen seinen Charakterkopf in die Kamera steckt, dann ist das viel spannender. Kaum im Amt, merkelt er bereits: Überall präsent. Wo eine Kameras ist.

Ansonsten brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, von den Befindlichkeiten der Gangster informativ abgeschnitten zu werden, hat der bereits gefasste Kumpel Heckhoff doch BLÖD, dem offiziellen Reichsmitteilungsblatt der Damen Springer und Mohn ein „Interview“ gegeben. Ausschnitt gefällig?

Der 50-jährige Mittäter Heckhoff schilderte der „Bild“-Zeitung unterdessen die Umstände seines spektakulären Ausbruchs. „Die Waffe haben wir im Knast von einem Mitarbeiter gekauft“, sagte der Schwerverbrecher. „Ich hab von einem Wärter den Schlüssel bekommen und auf den Kopierer gelegt.“ Nach dem Muster habe sein Komplize schließlich in der Schlosserei einen Schlüssel gemacht. „Den haben wir dann in einem günstigen Augenblick genutzt.“ Über sein Motiv für den Ausbruch sagte er: „Die Direktorin hat mich voll schlecht behandelt und mir einfach den Ausgang gestrichen.“

War BLÖD wohl schneller als NW und Westfalen-Blatt, was? (Das Düsseldorfer Skandal-Justizministerium unter Müller-Piepenkötter – ein Name, ein Programm – ist da sicher behilflich). Vielleicht könnte man was an den Heeper Fichten reißen?

Gefasst wurde Michalski heute früh am Niederrhein bei Wesel. Bißchen weit weg von Bielefeld. Oder? Da hat wohl mal wieder das alte Polizeirezept „Links blinken. Rechts abbiegen“ gegriffen. Jetzt bleibt wieder nur die tägliche Berichterstattung von den Punschtöpfen des Weihnachtsmarktes.

Nachtrag: Die Kölner Polizei geht davon aus, „dass in dem (BILD)Artikel Informationen verarbeitet sind, die unbefugt an die Bild-Zeitung gelangten“. Ein Ermittlungsverfahren sei eingeleitet worden, hieß es in einer Mitteilung der Polizei Köln. Inwieweit die von „Bild“ zitierten Äußerungen Heckhoffs den tatsächlichen Verlauf seiner Flucht wiedergeben, werde noch geprüft, ergänzte ein Sprecher. Ob Schülerzeitungsredakteur „Gelhaar“ Kai Diekmann mal wieder die Phantastereien und die Abteilung „Verkaufssteigernde Lügen“ durchgegangen sind?

2 Gedanken zu „„M“ – „Wenn der Journaillegaul am Kesselbrink wiehert

  1. blitzmerker

    Exklusiv: mit Reichenbach auf der Galgenheide.
    Vorher muss er im Lichtwerk alle Filme von Fritz Lang ansehen, die er bisher nur aus Wikipedia kennt.

  2. Doc Schneider

    In WESEL haben sie ihn geschnappt … in WESEL! Nicht in Bielefeld.

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