Theatralisch

Im Aushang der Gütersloher Zeitung „Glocke“ hing ein Bericht vom Sparrenburgfest. Da wußten wir noch nichts von jenem 26 jährigen Gütersloher, der die Kulisse nutzte, um sich theatralisch vom über 30 Meter hohen Burgturm in die Tiefe und den Tod zu stürzen. Man kann sicher niemand verwehren, das zu tun. Aber warum muß man dabei Zuschauer oder Lokführer -. wie im Fall Enke – mit hinein ziehen?

2 Gedanken zu „Theatralisch

  1. kath

    Darum: „In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes.“ – Catalogue for the Warhol exhibition at the Moderna Museet Stockholm, 1968

  2. primula vulgaris

    Tja, schwer zu sagen. Selbstverständlich versauen die Selbsttöter/-täter (oder sind sie nicht selbst auch eher Opfer ihrer seelischen Erkrankungen?) den unfreiwillig Beteiligten ganz schön den Tag oder auch das Leben. In der Regel wird das aber nicht das Motiv sondern eine Art von Kolateralschaden sein. Der Sprung vom Turm vor Publikum vielleicht ein (zu später) letzter Hilferuf oder ein Abgang mit Bumm-Effekt.
    Wer sich im letzten Moment an einem finsteren Bahnübergang vor den Zug wirft, hat – so nehme ich an – innerlich mit allem abgeschlossen, will nur noch, dass endlich alles vorbei ist und zwar schnell und totsicher. Der will kein Publikum und der will auch niemandem schaden.
    Habe gestern selbst wegen solch eines PUs im Gleisbereich 4:55 Stunden Delay gehabt. Nicht schön, aber eben Teil des Lebens und der Gesellschaft, so lange das Thema tabuisiert ist und es realistisch betrachtet keine besseren Möglichkeiten gibt.

Kommentare sind geschlossen.