Bielefeld im Aufwärtstrend?

So titelt die NW (ohne‘?‘). Und tatsächlich: die Zahlen klingen gut: Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze 2011 um 3,2 Prozent auf 132.655; die Arbeitslosenquote auf den Niedrigstand von 9,1 – „erst das zweite Mal, das Bielefeld unter 10 Prozent bleibt“ (seit wann, steht leider nicht dabei – und auch nicht, welche statischen Tricks tatsächliche Arbeitslosigkeit beschönigen). Ein ’stabiler Trend‘, ‚getrübt nur, weil „Anteil der Industrie [Bielefeld sogar stärker als im Bundesschnitt] immer weiter schrumpft“.

OK: ‚Jobbbringer‘ sind also Dienstleistungen – wie „Gesundheits- und Sozialwesen sowie IT-Dienstleistungen“, und, natürlich, neue Hochschulcampus – was aber ein Sonderfall ist.

Liest man nämlich genauer, stellt man fest, „dass der Stellen-Zuwachs erheblich aus der Zunahme der Zeitarbeits- und Leiharbeiterbranche resultiert, hier ein Plus von 1.200 Arbeitsplätzen“ ; Clausen: „Jeder vierte neue Job kommt aus der Zeitarbeit.“: teils (noch) sozialverischerungspflichtiger Minilohn wohl inbegriffen. Da würde mich schon interessieren: waren das alles Vollzeit-Arbeitsstellen? – Denn Teilzeit mag auch heißen: mehr sind beschäftigz, doch die Arbeitsstundenzahl ist gleich geblieben.

Zahlen auch aus 2011. Vergangenheit, doch immerhin: ein wenig ‚Aufschwung‘ war erkennbar; auch mit kritischen Korrekturen wird es eine Beschäftigungszunahme wohl gegeben haben. Hoffen wir mal, das der Trend anhält.

Anmerkung noch zu ‚älteren‘: Die Gleichung ‚älter = weniger leistungsfähig‘ ist – wissenschaftlich erwiesen(!) – reines Vorurteil mit Ausnahme von Krankheit und Verschleiß, die – statistisch (also unbedeutend für den Einzelfall) – mit dem Alter zunehmen. Ältere etwa arbeiten gleichmäßiger und ausdauernder, jüngere ‚klotzen ran‘ und brauchen dann Pausen; ältere haben weniger Kraft, arbeiten dafür ergonomischer (erlebte ich mal bei Maurern: der jüngere arbeitete schneller, klatschte Speiß auf die untere Schicht, setzte den Stein darauf – und korrigierte … der ältere klatschte Speiß auf die untere Schicht, setzte den Stein darauf – und der Stein saß ohne Korrektur; und am Ende hatte der ältere mehr hochgezogen als der jüngere. Im Übrigen: Synergieeffekt (1 + 1 > 2,  platt verdeutlicht) setzen Verschiedenheit voraus.